Sicherheit und Gesundheit müssen in den intelligenten Gebäuden und Städten von heute eine größere Rolle spielen. Dabei stellt sich für Rodrigue Zbinden, CEO von Morphean, die Frage, welche Technologien die neuen Anforderungen erfüllen können.

Die Corona-Pandemie hat zwar zu erheblichen Disruptionen geführt, hat aber die digitale Transformation wesentlich beschleunigt. Selbst Skeptiker erkennen jetzt das enorme Potenzial von Cloud-Technologie, die während der Pandemie half, Unternehmen am Laufen zu halten und Menschen in schwierigsten Zeiten miteinander zu verbinden.

Intelligenten Umgebungen von heute verbinden unterschiedliche Cloud-fähige Sensoren und Geräte miteinander, deren Zusammenspiel die Lebensqualität moderner Bürger verbessert. Angesichts steigender Kriminalität und zunehmender physischer Bedrohungen spielen Cloud-fähige Sicherheitstechnologien, die als Geräte über das Internet of Things (IoT) miteinander verbunden sind, eine zentrale Rolle beim Schutz von Gebäuden, Vermögenswerten und Menschen. Gleichzeitig liefern sie aussagekräftige Erkenntnisse, die der intelligenten Umgebung zugutekommen.

Entwicklungen im Bereich Überwachung und Zugangskontrolle

Herkömmliche Videoüberwachungsanlagen arbeiteten als eigenständige, analoge Systeme, während im Bereich der Zutrittskontrolle menschliche Eingriffe zur physischen Überwachung und Kontrolle von Zutrittspunkten unerlässlich waren. „Video Surveillance as-a-Service“ (VSaaS) und „Access Control as-a-Service“ (ACaaS) hingegen sind vollautomatische, Cloud-basierte und intelligente Sicherheitslösungen.

Um die Auswirkungen der Migration in die Cloud und die Akzeptanz Cloud-fähiger Systemen besser zu verstehen, gab Morphean eine Umfrage unter 1.000 Entscheidungsträgern in Deutschland, Großbritannien und Schweden in Auftrag. 70 Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, dass die Pandemie die Notwendigkeit/Dringlichkeit für Unternehmen erhöht hat, VSaaS und ACaaS einzuführen.

Ein Beispiel dafür ist eine mit den Personalakten eines Büros oder den Buchungsdaten eines Hotels verbundene Zutrittskontrolllösung. Das System kann die Daten einer Zugangskarte oder eines auf dem Mobiltelefon gespeicherten QR-Codes mit digitalen Aufzeichnungen vergleichen. Mithilfe fortschrittlicher Diagnosefunktionen wird bei jedem Versuch eines unbefugten Zutritts ein automatischer Alarm ausgelöst, um die zuständigen Stellen über den Sicherheitsvorfall zu informieren. Zusätzlich können Überwachungskameras integriert werden, um eine sekundäre Authentifizierung zu bieten und die Identität einer Person visuell zu bestätigen.

Die Integration von physischer Sicherheits-Technologie und Cloud-Konnektivität hat sich als leistungsstarke Kombination erwiesen und erleichtert auch die Fernverwaltung von Gebäuden. Als viele Gebäude während der Corona-Lockdowns leer standen oder nur mit den wichtigsten Mitarbeitern besetzt waren, profitierten Sicherheits- und Betriebsteams durch die Fernverwaltung der Standorte von einer höheren Sichtbarkeit des Standortes. Es war nicht erforderlich, Abstandsregelungen und Lockdown-Vorschriften zu umgehen, da die Daten der Zugangskontroll- und Videoüberwachungssysteme auf einem mobilen Gerät angezeigt wurden und einen Gesamtüberblick über die Umgebung boten.

Betriebliche Einblicke gewinnen

Bei der oben erwähnten Umfrage gaben 95 Prozent der Teilnehmer an, dass die Entscheidung für ein Sicherheitssystem davon beeinflusst wird, wie viel zusätzliche Business Intelligence es liefern kann, die zur Entscheidungsfindung beiträgt. In modernen, intelligenten Büroumgebungen können Videoüberwachungstechnologien dafür sorgen, dass Mitarbeiter nicht gegen Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien verstoßen.

Gleichzeitig können Unternehmen Wettbewerbsvorteile schaffen, wenn sie mithilfe einer Kombination von Zugangskontroll- und Videodaten die Arbeitsvorlieben oder Bewegungsmuster von Mitarbeitern im Gebäude besser verstehen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse können Einfluss auf die Erstellung von Hotdesking- und Heimarbeitsrichtlinien oder die Einführung energieeffizienter Beleuchtung haben.

In einer belebten Einzelhandelsumgebung können an den Eingängen installierte Sensoren die Anzahl der Personen im Gebäude erfassen und einen Alarm oder eine voraufgezeichnete Sprachmeldung über digitale Audio-Lautsprecher auslösen, wenn die Gefahr besteht, dass die maximale Personenzahl überschritten wird. Wenn die durch Überwachungskameras im Geschäft gewonnenen Daten mit Zugangskontrollinformationen aus dem Lagerraum kombiniert werden, können Facility- und Betriebsmanager bessere Entscheidungen über die Platzierung von Produkten, die Zuteilung des Personals und eine Reihe anderer Faktoren treffen, die zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung beitragen können.

Ein Geschäftsmodell für eine intelligentere Zukunft

Einer der Hauptvorteile von VSaaS und ACaaS liegt darin, dass sie leicht anzupassen sind, um eine flexible, skalierbare Lösung bereitzustellen, die den sich ändernden Anforderungen eines Unternehmens gerecht wird. VSaaS und ACaaS werden als „As-a-Service“-Lösungen angeboten, d. h. das übliche investitionsbasierte Zahlungsmodell wird von einem Betriebskostenmodell abgelöst, bei dem keine hohen Vorauskosten erforderlich sind.

Für eine bequeme monatliche Zahlung erhält der Benutzer alle Software-Updates und Firmware-Upgrades, damit das System immer auf dem neuesten Stand und jederzeit online ist. Kostspielige Wartungsmaßnahmen und Betriebsunterbrechungen gehören damit der Vergangenheit an.

VSaaS und ACaaS sind Technologien mit großem Potenzial, die direkt in das Design intelligenter Gebäude und die Planung von Smart Cities integriert werden können. Wenn diese Systeme von Anfang an eingeplant werden, kann ein umfassender Schutz gewährleistet werden.

Gleichzeitig eröffnen sich zahlreiche Vorteile durch die Rationalisierung von Geschäftsabläufen und die Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit in Gebäuden. Mit VSaaS und ACaaS erhält der Benutzer die Gewissheit, auf alle Herausforderungen vorbereitet zu sein

Rodrigue Zbinden, CEO von Morphean

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